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Stacking-Software für Astrofotografie: DeepSkyStacker und Alternativen

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Astronomiestacking softwaredeepskystacker

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Stacking-Software addiert mehrere Astrofoto-Belichtungen zu einem rauschfreien Endbild und ist der entscheidende Schritt zwischen Hobby- und ernsthafter Astrofotografie. DeepSkyStacker (DSS) ist seit 20 Jahren der Gratis-Standard für Deep-Sky-Aufnahmen mit Teleskop. Sequator ist die schnellere Alternative für Milchstraßen-Landschaftsaufnahmen. PixInsight ist das Profi-Tool für 280 Euro mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Welches Werkzeug du brauchst, hängt vom Aufnahmetyp und deinem Anspruch ab.

Warum überhaupt Stacking?

Astrofotografie kämpft mit zwei Hauptproblemen: extrem schwachen Lichtsignalen und Bildrauschen. Eine einzelne 30-Sekunden-Belichtung der Milchstraße zeigt zwar das galaktische Band, aber auch viel Rauschen, das die Details überlagert. Längere Belichtungen führen zu Sternstrichen wegen der Erddrehung – außer bei Nachführung.

Stacking löst beides: Du machst 20–100 kurze Einzelbelichtungen, die Software richtet sie an den Sternen aus, addiert sie und mittelt das Rauschen weg. Das Signal-zu-Rauschen-Verhältnis steigt mit der Wurzel der Belichtungsanzahl. 100 Aufnahmen ergeben einen Faktor 10 weniger Rauschen als ein einzelnes Bild gleicher Gesamtbelichtung.

Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen: practical guide overview
Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen

Neben Lichtaufnahmen (Lights) brauchst du Kalibrationsbilder: Darks (gleiche Belichtung mit verschlossenem Objektiv für thermisches Rauschen), Flats (gleichmäßig beleuchtete Fläche für Vignettierung), Bias (kürzeste Belichtung für Ausleserauschen). Gute Stacking-Software verarbeitet alle vier Bildtypen automatisch.

DeepSkyStacker: Der Gratis-Standard

DeepSkyStacker wurde 2005 von Luc Coiffier entwickelt und ist seitdem das wichtigste Gratis-Tool für Deep-Sky-Astrofotografie. Es läuft nur auf Windows, verarbeitet RAW-Dateien aller gängigen Kameras und unterstützt unbegrenzte Bildmengen. Die Bedienung ist Funktional, nicht hübsch – Drag-and-Drop von Bildern, Auswahl der Bildtypen, Stack-Button.

DSS findet automatisch Sterne, richtet die Bilder mathematisch aus und stackt mit verschiedenen Algorithmen wie Kappa-Sigma-Clipping oder Median. Die Software erkennt Hot-Pixel, kompensiert Bildrotation bei alt-azimutalen Montierungen und kann sogar Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten kombinieren.

Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen: step-by-step visual example
Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen

Schwächen sind die veraltete Oberfläche, fehlende Hochformatoptionen und die Beschränkung auf Windows. Die finale Nachbearbeitung in DSS selbst ist begrenzt – die meisten Astrofotografen exportieren das gestackte Bild als 32-Bit-TIFF und bearbeiten es in Photoshop, GIMP oder Spezialsoftware weiter. DSS ist kostenlos und wird bis heute aktiv weiterentwickelt.

💡 Tipp: Für den Einstieg sind 30 Lights, 20 Darks und 20 Bias bei ISO 1600 und 30 Sekunden Belichtung ein solider Start. Mehr Aufnahmen verbessern das Ergebnis weiter.

Sequator: Spezialist für Milchstraßen-Landschaften

Sequator wurde speziell für Nightscape-Fotografie entwickelt – also Aufnahmen, bei denen Milchstraße und Vordergrund-Landschaft kombiniert werden. Das ist ein anderes Problem als reine Deep-Sky-Astrofotografie. Sequator erkennt den Übergang zwischen Himmel und Erde und stackt nur den Himmelsbereich.

Die Software ist Windows-only, kostenlos und deutlich einfacher zu bedienen als DSS. Drag-and-Drop, Auswahl Himmelsbereich, Stack-Button, fertig. Sequator unterstützt Komposit-Stacking mit verschiedenen Modi für statische Landschaft plus bewegtem Himmel. Die Ausgabe ist ein TIFF-File zur Nachbearbeitung.

Sequator ist die richtige Wahl, wenn du Milchstraße über einem See, einem Berg oder einem Baum fotografierst und beide Bereiche im finalen Bild sichtbar haben willst. Für rein himmelszentrierte Deep-Sky-Aufnahmen ist DSS oder PixInsight die bessere Wahl. Viele Astrofotografen nutzen beide Programme je nach Aufnahmeart.

Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen: helpful reference illustration
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PixInsight: Das Profi-Werkzeug

PixInsight ist die Profi-Software für ernsthafte Astrofotografie und kostet einmalig 280 Euro für eine Einzellizenz. Sie läuft auf Windows, macOS und Linux. Die Lernkurve ist steil – es gibt unzählige Module für Stacking, Kalibrierung, Rauschreduktion, Sternentfernung, HDR-Komposition und mehr.

Im Gegensatz zu DSS ist PixInsight auch für die komplette Nachbearbeitung gedacht. Du kannst von RAW-Stacking bis zum Endbild alles in einer Software erledigen. Skripte und automatische Workflows wie WBPP (Weighted Batch PreProcessing) machen wiederkehrende Aufgaben effizient. Die Sternentfernungs-Funktion StarNet trennt Sterne von Nebel zur separaten Bearbeitung.

PixInsight rechtfertigt sich für Astrofotografen, die regelmäßig viele Aufnahmen machen und höchste Qualität anstreben. Für Einsteiger und Gelegenheitsfotografen ist die Komplexität abschreckend. Eine 45-Tage-Testversion ermöglicht das Ausprobieren vor dem Kauf.

SoftwarePreisStärkeSchwäche
DeepSkyStackerGratisDeep-Sky, robustNur Windows, alte UI
SequatorGratisMilchstraße + LandschaftNur Windows
Starry Landscape40 EuroMac-Alternative zu SequatorNur Mac
PixInsight280 EuroAll-in-One, ProfiSteile Lernkurve
SirilGratis Open SourcePlattformübergreifendWeniger ausgereift

Alternativen für Mac und Linux

Mac-Nutzer haben es schwerer, weil DSS und Sequator nicht auf macOS laufen. Starry Landscape Stacker (40 Euro) ist die Mac-Alternative zu Sequator für Milchstraßen-Landschaften. Starry Sky Stacker vom gleichen Entwickler (40 Euro) ist die Mac-Alternative zu DSS für reine Himmelsaufnahmen.

Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen: detailed close-up view
Stacking software fuer astrofotografie deepskystacker und alternativen

Siril ist eine kostenlose Open-Source-Stacking-Software, die auf Windows, macOS und Linux läuft. Sie ist deutlich weniger ausgereift als DSS, aber das einzige plattformübergreifende Gratis-Tool. Die Bedienung erinnert an eine Mischung aus DSS und einer abgespeckten PixInsight-Version. Für Mac- und Linux-Nutzer ohne Budget ist Siril der beste Einstieg.

Astro Pixel Processor (170 Euro) ist ein vielfach gelobtes Mittelding zwischen DSS und PixInsight. Bedienfreundlicher als PixInsight, aber leistungsstärker als DSS. Es läuft plattformübergreifend und ist bei ambitionierten Hobby-Astrofotografen beliebt, die nicht zur PixInsight-Komplexität wechseln wollen.

Workflow: Vom RAW zum gestackten Bild

Der typische Stacking-Workflow beginnt mit der Aufnahme von Lights (Bildern des Objekts), Darks (Belichtungen mit Objektivdeckel), Flats (gleichmäßig beleuchtete Fläche) und Bias (kürzeste Belichtung mit Deckel). 30–50 Lights, 20–30 Darks, 20–30 Flats und 50 Bias sind ein guter Standard.

In der Software lädst du alle Bildtypen, definierst sie als Lights/Darks/Flats/Bias und startest das Preprocessing. Die Software erstellt Master-Kalibrationsbilder, kalibriert die Lights, registriert sie an den Sternen, integriert sie mit dem gewählten Algorithmus und gibt ein gestacktes Endbild aus.

Das Resultat ist ein 32-Bit-Bild mit linearen Helligkeitswerten, das noch sehr dunkel und kontrastarm aussieht. Die Nachbearbeitung – Histogramm-Streckung, Rauschreduktion, Farbkorrektur, Sternbearbeitung – ist mindestens so wichtig wie das Stacking selbst und kann mehrere Stunden pro Bild dauern.

Welche Software für welchen Bedarf?

Einsteiger mit Windows und Fokus auf Milchstraßen-Landschaften: Sequator. Kostenlos, schnell zu lernen, perfekt für Nightscapes mit Vordergrund. In zwei Stunden hast du den Workflow drauf.

Einsteiger mit Windows und Fokus auf Deep-Sky-Aufnahmen mit Teleskop oder lichtstarkem Teleobjektiv: DeepSkyStacker. Trotz altmodischer UI das bewährte Standard-Tool, mit dem du in der Community immer Unterstützung findest.

Mac-Nutzer: Starry Landscape Stacker oder Starry Sky Stacker für 40 Euro. Wenn das Budget knapp ist, Siril als kostenlose Alternative. Für ernsthafte Mac-Astrofotografen lohnt der Sprung zu PixInsight oder Astro Pixel Processor.

Fortgeschrittene mit höchstem Anspruch und regelmäßiger Astrofoto-Praxis: PixInsight für 280 Euro. Steile Lernkurve, aber kein Programm bietet vergleichbar viele Möglichkeiten für die komplette Bildverarbeitung in einem Tool.

🧭Teil unseres Themen-Hubs: Astronomie

Veröffentlicht durch die Outdoor Panorama-Redaktion. Veröffentlicht am 2. Juli 2026.

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