Sternschnuppen 2026: Die besten Termine und Beobachtungstipps
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Was Sternschnuppen sind und wie sie entstehen
Sternschnuppen (Meteore) sind Leuchterscheinungen, die entstehen, wenn kleine Staubkörner und Gesteinsbrocken mit Geschwindigkeiten von 11 bis 72 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eintreten. Die Reibung mit den Luftmolekuelen erhitzt das Partikel auf mehrere tausend Grad Celsius, wobei es die umgebende Luft zum Leuchten bringt. Die meisten Sternschnuppen stammen von Partikeln, die kleiner als ein Reiskorn sind, erzeugen aber einen Leuchtstreifen, der über den halben Himmel reichen kann. Besonders helle Meteore mit einer Helligkeit von mindestens minus 4 mag (Venus-Helligkeit) werden als Feuerkugeln oder Boliden bezeichnet.
Meteorschweerrme entstehen, wenn die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Staubspur eines Kometen durchquert. Jeder Komet hinterlässt bei seinen Sonnenumrundungen eine Spur aus Staub und kleinen Gesteinsbroecken entlang seiner Bahn. Wenn die Erdbahn diese Staubspur kreuzt, treten in wenigen Tagen oder Wochen besonders viele Partikel in die Atmosphäre ein. Der scheinbare Ausgangspunkt der Meteore am Himmel, der Radiant, gibt dem Schwarm seinen Namen: Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, die Geminiden aus den Zwillingen.
Die wichtigsten Sternschnuppen-Termine 2026
Die Quadrantiden eröffnen das Jahr am 3. und 4. Januar mit bis zu 120 Meteoren pro Stunde unter Idealbedingungen. Der Radiant liegt im Sternbild Bootes und steigt erst in der zweiten Nachthälfte hoch genug für gute Beobachtung. Der zunehmende Mond geht gegen Mitternacht unter, sodass die frühen Morgenstunden gute Bedingungen bieten. Die Quadrantiden haben ein sehr schmales Maximum von nur wenigen Stunden, was die Beobachtung zur Glückssache macht.
Die Lyriden erreichen ihr Maximum am 22. und 23. April mit 15 bis 25 Meteoren pro Stunde. Der Radiant im Sternbild Leier steigt ab 22 Uhr über den Horizont. Die Eta-Aquariiden am 6. Mai bringen 30 bis 50 Meteore pro Stunde, sind aber von Mitteleuropa aus schwierig zu beobachten, weil der Radiant im Wassermann erst gegen 3 Uhr morgens aufgeht und flach über dem Horizont steht. Die Delta-Aquariiden Ende Juli mit 20 bis 25 Meteoren pro Stunde sind ein schöner Appetithappen vor dem Hauptereignis des Jahres.
Die Perseiden sind vom 17. Juli bis 24. August aktiv und erreichen ihr Maximum am 12. und 13. August mit 80 bis 120 Meteoren pro Stunde. Der Mond ist 2026 am Perseiden-Maximum nur zu 25 Prozent beleuchtet und geht vor Mitternacht unter, was hervorragende Beobachtungsbedingungen verspricht. Die Perseiden sind der zuverlässigste und ergiebigste Meteorstrom des Sommers und produzieren regelmässig helle Feuerkugeln. Der Radiant im Perseus steht die ganze Nacht über dem Horizont, wobei die höchsten Raten nach Mitternacht auftreten.
Herbst- und Winterschauer: Orioniden, Leoniden und Geminiden
Die Orioniden am 21. und 22. Oktober bringen 20 bis 25 schnelle Meteore pro Stunde. Sie stammen vom Kometen Halley und sind mit 66 km/s Eintrittsgeschwindigkeit besonders schnell, was zu langen, hellen Leuchtspuren führt. Die Leoniden um den 17. November liefern in normalen Jahren nur 10 bis 15 Meteore pro Stunde, können aber in seltenen Sturmjahren (alle 33 Jahre um die Perihelpassage des Kometen Tempel-Tuttle) tausende Meteore pro Stunde produzieren. Die nächste solche Gelegenheit wird für 2033/2034 erwartet.
Die Geminiden am 14. und 15. Dezember sind der stärkste Meteorstrom des Jahres mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde unter dunklem Himmel. Sie produzieren langsame, helle Meteore in verschiedenen Farben, darunter weiss, gelb und grünlich. Der Radiant im Sternbild Zwillinge steigt bereits am frühen Abend über den Horizont, sodass man schon ab 21 Uhr beobachten kann. Der Nachteil: Mitte Dezember sind die Nächte kalt, und warme Kleidung ist Pflicht. Die Geminiden stammen nicht von einem Kometen, sondern vom Asteroiden 3200 Phaethon, was sie astronomisch besonders interessant macht.
Der ideale Beobachtungsplatz: Dunkelheit ist entscheidend
Die Anzahl sichtbarer Sternschnuppen hängt direkt von der Dunkelheit des Himmels ab. In einer Grossstadt mit starker Lichtverschmutzung siehst du vielleicht 5 bis 10 Perseiden pro Stunde, während du am gleichen Abend auf einer dunklen Almwiese 80 oder mehr zählst. Suche dir einen Standort mindestens 30 Kilometer ausserhalb der nächsten Grossstadt, idealerweise in einem der ausgewiesenen Sternenparks: der Nationalpark Eifel, die Rhön, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin oder der Sternenpark Westhavelland bieten hervorragende Dunkelheit.
Wichtig ist eine freie Sicht in alle Himmelsrichtungen, besonders nach Nordosten (Perseiden-Radiant) und nach Südosten (Geminiden-Radiant). Hügel, Bergkuppen oder offene Felder sind ideal. Vermeide Standorte in Tälern, wo sich Nebel sammelt, oder in der Nähe von Flutlichtanlagen, Autobahnen und beleuchteten Gewerbegebieten. Gib deinen Augen mindestens 20 Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und vermeide in dieser Anpassungsphase jeden Blick auf helle Bildschirme. Nutze eine Rotlicht-Taschenlampe oder stelle dein Smartphone auf maximale Dunkelheit und Rotfilter.
Ausrüstung und Komfort: Die Nacht geniessen
Für die Sternschnuppen-Beobachtung brauchst du kein Teleskop und kein Fernglas. Dein wichtigstes Instrument sind deine Augen, die das grösste mögliche Sehfeld abdecken. Lege dich bequem auf eine Isomatte oder einen Liegestuhl und schaue in Richtung des Radianten, aber nicht direkt auf ihn, sondern etwa 30 bis 50 Grad daneben. Dort erscheinen die Meteore am längsten, weil sie schräg über das Sehfeld ziehen statt als kurzer Punkt direkt am Radiant.
Selbst im August können die Nächte ab 2 Uhr empfindlich kühl werden. Nimm eine warme Jacke, eine Mütze, Handschuhe und eine Thermoskanne mit heissem Tee oder Kakao mit. Im Dezember bei den Geminiden brauchst du vollständige Winterausrüstung, einen Winterschlafsack oder eine dicke Decke und am besten Handwärmer für die Taschen. Ein aufblasbares Kissen wie das Therm-a-Rest Air Head (ab 25 Euro) unter dem Kopf macht das stuendelange Liegendschauen deutlich angenehmer. Lade dein Smartphone vorher voll, falls du Meteore mit einer Langzeitbelichtungs-App fotografieren möchtest.
Für die Fotografie von Sternschnuppen brauchst du eine Kamera mit manuellen Einstellungen und ein Stativ. Oeffne die Blende auf f/2.8 oder weiter, stelle ISO 1600 bis 3200 ein und wähle eine Belichtungszeit von 15 bis 30 Sekunden. Richte die Kamera auf den Bereich 30 bis 50 Grad neben dem Radianten und mache Serienaufnahmen die ganze Nacht über. Bei 200 Aufnahmen in einer Perseiden-Nacht hast du gute Chancen, 5 bis 15 Meteore einzufangen. Weitwinkelobjektive mit 14 bis 24 mm Brennweite erfassen den größtmöglichen Himmelsausschnitt und erhöhen die Treffer-Wahrscheinlichkeit.
Auch mit dem Smartphone lassen sich Sternschnuppen fotografieren, wenn auch weniger zuverlässig. Apps wie NightCap Camera (iOS, ab 3 Euro) oder Camera FV-5 (Android, ab 4 Euro) bieten manuelle Langzeitbelichtung und einen speziellen Meteor-Modus, der die Kamera im Dauerbetrieb Aufnahmen machen lässt und automatisch nur die Bilder mit Leuchtspuren speichert. Die Qualität reicht nicht an eine Vollformatkamera heran, aber für Erinnerungsfotos und Social-Media-Posts ist das Ergebnis erstaunlich gut.
Veröffentlicht durch die Outdoor Panorama-Redaktion. Veröffentlicht am 23. Oktober 2026.
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