Camping-Sonnenschutz: Tarp, Markise und Sonnensegel
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Warum Sonnenschutz beim Camping so wichtig ist
Auf einem Campingplatz verbringst du den Grossteil des Tages im Freien. Ohne Schatten steigt die Temperatur am Zeltplatz auf ueber 40 Grad in der prallen Sonne. Sonnenbrand entsteht in Sueddeutschland im Hochsommer bereits nach 15-20 Minuten bei UV-Index 8. Kinder und Personen mit heller Haut sind besonders gefaehrdet. Ein zuverlaessiger Sonnenschutz ueber dem Koch- und Essbereich macht den Campingtag deutlich angenehmer und sicherer.
Der UV-Schutzfaktor (UPF) gibt an, wie viel UV-Strahlung ein Stoff durchlaesst. UPF 30 blockt 97 Prozent, UPF 50+ blockt ueber 98 Prozent. Einfache Baumwollplanen erreichen nur UPF 10-15 und bieten keinen ausreichenden Schutz. Achte beim Kauf auf spezifizierte UPF-Werte, idealerweise UPF 50+ nach dem australischen Standard AS/NZS 4399.
Tarps: Vielseitig und leicht
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Ein Tarp ist eine rechteckige oder quadratische Plane mit Abspannpunkten an den Raendern und auf der Flaeche. Das Amazonas Tarp 3x3m (ca. 60 Euro, 700 g) aus Ripstop-Nylon ist leicht, kompakt und in 5 Minuten aufgebaut. Mit zwei Trekkingstoecken oder Aesten als Stuetzen und vier Abspannleinen entsteht ein regensicherer Schattenplatz fuer 4-6 Personen.
Groessere Tarps wie das Hilleberg Tarp 10 UL (ca. 250 Euro, 690 g, 3,5x2,9 m) bieten mit Silikonbeschichtung Wasserauele von ueber 5.000 mm und halten auch laengere Regenschauer ab. Fuer Autocamper gibt es schwere PVC-Tarps (z.B. Outwell Canopy 4x4m, ca. 120 Euro, 4 kg) mit integrierten Metalloefen fuer Stangengestelle, die sturmfester stehen als leichte Abspannkonstruktionen.
Sonnensegel: Elegant und windfest
Sonnensegel sind dreieckig oder trapezfoermig und werden an Masten, Baeumen oder Fahrzeugen befestigt. Das Bent Canvas Sonnensegel (ca. 90 Euro, 1,2 kg, 4x3 m) aus Polycotton bietet UPF 50+ und ein angenehmes Klima darunter, weil Baumwollanteile Feuchtigkeit aufnehmen und verdunsten. Das Material atmet besser als reine Kunstfasern und reduziert die Hitze unter dem Segel spuerbar.
Die Befestigung ist entscheidend fuer die Windstabilitaet. Drei Punkte (Dreieckssegel) sind stabiler als vier (Rechteck), weil weniger Flaeche dem Wind Angriffsflaeche bietet. Nutze stabile Heringe (mindestens 25 cm Stahl-V-Heringe) und spanne die Leinen stramm. Bei Wind ab Staerke 5 (30 km/h) solltest du das Segel abbauen oder einseitig absenken, um Windlast zu reduzieren.
Markisen fuer Wohnmobil und Wohnwagen
Wohnmobil-Markisen werden fest an der Fahrzeugseite montiert und in Sekunden ausgefahren. Die Thule Omnistor 5200 (ca. 700 Euro, 3,0-4,5 m Auszug) ist der Klassiker mit Kurbelantrieb, optionalem Motor und Windwaechter. Die Fiamma F45s (ca. 500 Euro) ist guenstiger und bei kleineren Fahrzeugen (Kastenwagen, Bus) beliebt.
Eine ausgezogene Markise wirkt wie ein Segel und ist windanfaellig. Ab Windstaerke 4 (20 km/h) solltest du sie einfahren oder mit Sturmbaendern (im Lieferumfang) am Boden verankern. Seitenwaende (ca. 80-150 Euro pro Stueck) schliessen den Raum unter der Markise seitlich ab und schaffen bei schraegem Regen oder tiefstehender Sonne zusaetzlichen Schutz.
Aufbautipps und Kombinationen
Kombiniere ein Tarp ueber dem Kochbereich mit einem Sonnensegel ueber dem Essplatz. So hast du bei Regen einen geschuetzten Kochbereich und bei Sonne einen schattigem Essplatz. Verbinde beide mit einer gemeinsamen Abspannleine an einem zentralen Mast (Teleskopstange, ca. 25 Euro, 2,5 m ausziehbar).
Auf baumlosen Campingplaetzen nutze dein Auto als Befestigungspunkt fuer eine Seite des Tarps. Ein Saugnapfhaken (z.B. Brunner Mega-Sucker, ca. 15 Euro) haelt am Fahrzeugdach bis zu 15 kg Zugkraft und laesst sich rueckstandsfrei entfernen. Die andere Seite spannst du mit zwei Teleskopstangen und Abspannleinen auf. In 10 Minuten hast du ein 3x3m grosses Schattendach neben dem Auto.
Pflege und Lagerung
Trockne Tarps und Sonnensegel vor dem Einpacken vollstaendig. Feuchtigkekeit im Packsack fuehrt innerhalb weniger Tage zu Schimmel und zerstoert die Beschichtung. Bei Polycotton-Geweben (z.B. Bent Canvas) bilden sich Stockflecken, die sich kaum noch entfernen lassen. Im Notfall hilft eine Essig-Wasser-Loesung (1:4) und anschliessendes gruendliches Trocknen in der Sonne.
Lagere Sonnenschutz-Equipment locker zusammengerollt (nicht gefaltet) in einem trockenen Raum. Permanente Faltknicke schwaehen die Fasern und die Beschichtung an der Knickstelle. Nach jeder Saison pruefst du Naehte und Abspannpunkte auf Risse. Verschlissene Stellen reparierst du mit selbstklebendem Reparaturband (z.B. Gear Aid Tenacious Tape, ca. 8 Euro), das auch auf nasser Oberflaeche haftet.
Veröffentlicht durch die Outdoor Panorama-Redaktion. Veröffentlicht am 26. August 2026.
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